Altersvorsorge

Jeder Berufstätige sollte zusätzlich zur Gesetzlichen Rentenversicherung auch privat für das Alter vorsorgen. Das ist eine Binsenweisheit und allgemein bekannt. Gerade junge Menschen glauben nicht mehr daran, dass ihre Rente im Alter sicher und auskömmlich ist. Trotzdem verlassen sich die meisten Menschen nach wie vor auf die gesetzliche Rentenversicherung. Dass ihnen Altersarmut droht, glauben sie nicht, dass sie ihren Lebensstandard nicht halten können, ist ihnen allerdings bewusst, von der „Versorgungslücke“, die ihnen droht, haben sie schon gehört. Dieser Zeitpunkt der Verrentung liegt noch in weiter Ferne und der heutigen Rentengeneration geht es gut. Was soll schon passieren? Aber die Versorgungslücke ist da. Sie ist nur unsichtbar und sie wird ständig größer.

Vielen ist gar nicht bewusst, dass man diese Lücke schließen kann, ja unbedingt schließen sollten und das rechtzeitig. Mit anderen Worten: Sofort!

Wie sollten Sie dabei vorgehen? Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme:
  • Rechnen Sie aus, welche Leistungen Sie im Alter aus der gesetzlichen Rentenversicherung erhalten werden.
  • Informieren Sie sich, welche Fördermöglichkeiten (Steuervorteile oder Zulagen) Sie oder Ihr Partner erhalten können.
  • Ermitteln Sie Ihre voraussichtlichen Ausgaben im Rentenalter. Verdoppeln Sie diesen Betrag!
  • Entscheiden Sie sich für eine oder mehrere Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge.
  • Überprüfen Sie Ihre Altersvorsorge regelmäßig und passen Sie sie gegebenenfalls an.

Nachstehend erläutern wir Ihnen die Möglichkeiten der privaten und gesetzlichen Altersvorsorge. Ja, unser Staat hat durchaus erkannt, dass diese Versorgungslücke existiert und verschiedene Fördermöglichkeiten entwickelt, die Ihnen dabei helfen sollen, diese Lücke zu schließen.

 

Der Staat hat die Altersversorgung in drei Schichten eingeteilt:

Schicht 1

Die Gesetzliche Rentenversicherung

Das Deutsche Reich führte 1889 die Altersversicherung für Arbeiter im Kapitaldeckungsverfahren ein. Der Beitrag betrug 1,7% und wurde je zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber gezahlt. Anspruch auf Rente hatte, wer 30 Jahre eingezahlt und das 70. Lebensjahr (!) erreicht hatte. Die Altersversicherung war eine Erfolgsgeschichte. Bald wurde sie auch für die Angestellten eingeführt und galt als Vorbild für viele Länder.

Mit der Großen Rentenreform 1957 wurde die Rentenanpassung an die Lohnentwicklung eingeführt. Außerdem wurde das Rentensystem von der Kapitaldeckung auf das Umlageverfahren (Generationenvertrag) umgestellt. Allerdings mussten immer wieder Anpassungen vorgenommen werden. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung, der hohen Arbeitslosigkeit und unter Berücksichtigung des demographischen Faktors wurden mit jeder Reform Beitragserhöhungen und Leistungskürzungen beschlossen. Auch zukünftig werden Kürzungen erfolgen, das Rentenniveau wird auf 43% des Nettolohns sinken. Die Altersrente soll erst mit 68 Jahren beginnen. Zurzeit wird schon über ein Rentenalter von 70 nachgedacht.

Fazit: Die gesetzliche Rentenversicherung ist nur noch die Basis für eine Altersversorgung!

Rürup-Rente - Private Rente für Selbstständige und Gutverdiener

Mit der Rürup-Rente haben auch Selbstständige die Möglichkeit, steuermindernd für das Alter vorzusorgen. Die Vorsorge wird durch Steuervorteile gefördert. Bis zu einem Maximalbetrag von 22.766 Euro für Alleinstehende beziehungsweise 45.532 Euro für Ehepaare können die Einzahlungen zu 82 Prozent als Sonderausgaben steuerlich angerechnet werden (Stand 2016). Ab 2030 ist eine komplette Anrechnung der Beiträge möglich. Auch Arbeitnehmer mit einem sehr guten Einkommen und hoher Steuerlast profitieren.

Schicht 2

Betriebliche Altersversorgung (BAV)

Die betriebliche Altersversorgung wird an Bedeutung gewinnen, denn nur allein auf die gesetzliche Rentenversicherung können Sie sich nicht mehr verlassen. Der Gesetzgeber fördert die betriebliche Altersversorgung, sodass sie für Arbeitnehmer und Arbeitgeber noch attraktiver geworden ist. Er hat fünf Durchführungswege festgelegt.

Sie haben als Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber einen gesetzlichen Anspruch auf eine Entgeltumwandlung für eine betriebliche Altersversorgung. Nachstehend können Sie die Kurzerläuterungen der unterschiedlichen Formen der BAV (Direktversicherung, Pensionszusage, Pensionskasse Pensionsfonds, Unterstützungskasse) anklicken.

PDF Datei BAV Formen

Riesterrente

Die Riester-Rente wird vom Staat durch Zulagen und Steuervorteile unterstützt. Die Riesterrente ist ein relativ kompliziertes Versicherungsprodukt. Es hatte leider einen Geburtsfehler: Es ist keine Pflichtversicherung. Bisher haben nur 16 Millionen Bundesbürger einen Riester-Vertrag abgeschlossen. Sparer erhalten jedes Jahr eine Grundzulage in Höhe von 154 Euro. Besonders Eltern können von dieser Unterstützung profitieren: Denn für jedes Kind erhalten sie zusätzlich eine sogenannte Kinderzulage von 185 Euro. Für Kinder, die nach 2007 geboren wurden, beträgt die Zulage sogar 300 Euro pro Jahr.

Schicht 3

Kapital-Lebensversicherung

Die Kapitalversicherung ist eine Kombination aus solidem Vermögensaufbau (Sparplan) und Hinterbliebenenschutz. Sie ist etwas für sicherheitsbewusste Anleger (Garantiezins zurzeit 1,25%), die sich außerdem langfristig binden können. Wichtig: Früh anfangen mit kleinen Beträgen! Bei richtiger Vertragskonstruktion sind nach wie vor 50% der Erträge steuerfrei.

Private Rentenversicherung

Die private Rentenversicherung mit ihren hohen Garantieleistungen ist eine sichere Ergänzung zur gesetzlichen Rente. Damit können Sie die Versorgungslücke im Alter schließen. Zuzahlungen, Beitragsänderungen, Rentenbeginn, Kapitalauszahlung oder monatliche Rente können Sie flexibel festlegen. Im Alter wird nur der Ertragsanteil der Rente besteuert.

Fondspolicen

Kapitallebensversicherung und Rentenversicherung werden auch als Fondspolicen angeboten. In diesem Fall investiert der Versicherer die Sparanteile in Investmentfonds. Der Kunde kann die Fonds sogar auswählen. Der Vorteil: Eine höhere Rendite, da die Chancen des Kapitalmarktes genutzt werden können. Nachteile: Es besteht ein höheres Risiko und Sie erhalten keine Garantiezusage. Die steuerlichen Vorteile entsprechen denen der Kapital-Lebensversicherung, respektive der Privaten Rentenversicherung (s.o.).

Hier enden die staatlichen Förderungsmöglichkeiten! Wir sind allerdings der Meinung, dass es noch eine weitere Schicht gibt:


„Schicht 4“

Ungeförderte Anlagen

Investmentfonds

Wer unabhängig ist, sollte in Investmentfonds investieren, Die besten Renditen erzielen Sie mit Aktienfonds. Nach Statistiken des Deutschen Fondsverbands BVI warfen Fonds mit deutschen Aktien in den vergangenen 35 Jahren im Schnitt jedes Jahr 7,7 Prozent ab. Wer seit 1979 jeden Monat 100 Euro auf die hohe Kante gelegt hätte, könnte sich über gut 202.000 Euro freuen. Das Risiko trägt der Anleger, insbesondere muss er zeitweilige Kursverluste akzeptieren. Auch hier gilt: Je früher desto besser. Eine lange Sparzeit glättet Verlustphasen und senkt damit das Risiko. Fondssparpläne gibt es bereits ab kleinen Summen von 25 Euro im Monat.

Immobilien

Eine weitere Option für die Altersvorsorge ist eine Immobilie, insbesondere der Kauf eines Eigenheimes. Als Hausbesitzer sparen Sie Mietzahlungen. Sie sollten bei Renteneintritt schuldenfrei sein. Das Haus sollte auch altersgerecht gelegen und barrierefrei zu nutzen sein. Es gibt keine Steuervorteile. Im Alter können Sie die Immobilie bei Bedarf verkaufen oder vermieten, um ihre Rente aufzubessern

Offene Immobilienfonds

Alternativ eignen sich Investitionen in Offene Immobilienfonds. Wer in den vergangenen 35 Jahren jeden Monat in Offene Immobilienfonds eingezahlt hat, erwirtschaftet damit 4,6 Prozent Rendite pro Jahr (im Schnitt). Nachteilig ist die mangelnde Flexibilität, denn bei höheren Summen müssen gewisse Kündigungsfristen eingehalten werden.


Und wie verhält es sich mit Gold und anderen Edelmetallen?

Oft hören Sie von Freunden oder Anbietern im Internet, dass auch Gold und Edelmetalle eine sichere Geldanlage sind. Das stimmt leider nicht. Wer versucht, Gold oder gar echten Schmuck zu verkaufen, erlebt eine böse Überraschung!

Merke: Gold
oder andere Edelmetalle eignen sich nicht für die Altersvorsorge!!!